Was hat der Westfälische Friede von 1648 mit heute zu tun?

Von |2018-08-10T08:41:33+00:0017.08.2018|Kategorien: Unkategorisiert|Tags: , , |0 Kommentare

 
Bei dem Projekt Frieden.Europa und dessen Umsetzung in Münster und Osnabrück geht es um den Umgang mit dem kulturellen Erbe in den beiden Friedensstädten. Es geht darum, den Westfälischen Frieden und seine Bedeutung für Europa gerade jungen Menschen bewusst zu machen. Das ist eine große Herausforderung bei einem Ereignis, das so viele Jahre zurückliegt und für das es keine familiären Überlieferungen gibt.

Professor Jakobi kümmert sich seit vielen Jahrzehnten um die Wahrung des kulturellen Erbes in der Stadt Münster. Als ehemaliger Leiter des Stadtarchivs ist er auch heute noch aktiv in die Vermittlung des Themas »Westfälischer Friede« eingebunden – zum Beispiel durch die digitale Dokumentation, die derzeit im Friedenssaal entsteht.

Seine Erfahrung ist, dass bei jungen Zielgruppen das Thema am ehesten über einen Bezug zur gegenwärtigen Alltagspraxis vermittelt werden kann: »Die Wichtigkeit von Verhandlungen und die Wichtigkeit der Bereitschaft zum Kompromiss wird jedem deutlich, wenn er über seine privaten Auseinandersetzungen nachdenkt. Damit wächst das Verständnis für die Bedeutung dieses Friedensschlusses besonderen Ranges, der auf Verhandlung basierte«, so der heute 78-Jährige.

Man müsse sich zunächst klarmachen, was der Kern dessen sei, an das erinnert werden solle. Für die Stadt Münster habe man dies in verschiedenen Gremien systematisch herausgearbeitet. Es gehe um Prävention und Kriegsvermeidung, um Konfliktlösung durch Dialog, um die Bedeutung von Verhandlung. Professor Jakobi selbst fasziniert dabei im Besonderen die Rolle des Mediators. Dieser habe die Aufgabe, den Dialog verfeindeter Parteien zu moderieren und so den Weg zur Verständigung zu eröffnen. Dies sei auch die Funktion der Mediatoren in den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden gewesen und ein wichtiger Beitrag zu deren Erfolg.

Neben diesen allgemeinen Bezügen ist nach Professor Jakobis Meinung das historische Geschehen selbst auch für Jüngere durchaus interessant: »Es war ein sehr aufregendes Gesamtgeschehen mit schillernden Figuren – wie zum Beispiel Fabio Chigi. Das kommt an, wenn man es gut erzählt«, so der ehemalige Universitätsgelehrte. Dem kann ich nur zustimmen: Richtig erzählt, wird aus der Geschichte eine Vielzahl guter Geschichten, die auch junge Menschen faszinieren können.

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